Auswärtsspiel mit Schwierigkeiten

14.01.2018 13:13 von Falk Lindner

Mit out-of-the-system-Volleyball zum Sieg?

Prolog:

Schon zum Ende des vergangenen Jahres war klar, dass die Mädels aus der Sachsenklasse am 13.01.2017 zum geplanten Spieltermin nur mit Unterstützung aus den anderen VVZ-Teams spielfähig sein würden, es sei denn, die Heimmannschaft Post SV Dresden und das 2. Auswärtsteam SV Crostau würden einem Tausch der Spielreihenfolge zustimmen und unserer Zuspielerin Yvonne und Kapitän Hanne damit ein Nachreisen ermöglichen. Nach längerem Hin und Her wurde das Ersuchen durch die Heimmannschaft abgelehnt und eine sportlich faire Spielverlegung unseres Spiels vorgeschlagen. Da dies weitere zahlreiche Unwägbarkeiten und Eventualitäten mit sich bringen würde (wer schiedst?, Terminfindung ?, …) schlugen die Mädels das Angebot aus. Zurück blieb das Jetzt-erst-recht-Gefühl ob der menschlich unfair empfundenen Ablehnung des Spieltausches. Objektiv kann man dem Post SV nichts ankreiden.
Die gewünschte Unterstützung aus unseren anderen Damenmannschaften gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. In der Bezirksliga rief ein Heimspieltag und der Kampf um den Klassenerhalt, in der Bezirksklasse ein Auswärtsspieltag mit dezimiertem Personal. Alle Teams haben mit Verletzungen, schulischem Ski-Lager und Krankheiten zu kämpfen.
Um dennoch irgendwie spielfähig zu sein, musste Lisa aus der 2. Damen, eigentlich eh bereits zur 1. Mannschaft geplant, und die eigentlich verletzte Diagonalangreiferin Angela mitfahren. Außerdem rückte Anja ins Zuspiel und die Mittelblocker mussten in der Annahme und Abwehr arbeiten. Für einen Trainer hervorragende Voraussetzungen …..

Kapitel 1:

In der typischen modernen Dresdner Halle an der Geisingstraße 45 wurden die 6 Zittauer Spielerinnen und ihr Trainer freundlich und mit, in der Sachsenklasse Ost der Damen leider nicht selbstverständlichen Freuden für den Gaumen empfangen. Damit war die Mittagsversorgung geregelt und man konnte anschließend zur Erwärmung schreiten. Im Lichte der Vorgeschichte und der anwesenden 13 Dresdner Spielerinnen machte sich Sarkasmus breit und der Siegeswille wurde umso mehr angestachelt.
Die Aufstellung beim VVZ bot keine Überraschungen und blieb auch über den gesamten Spielverlauf exakt gleich. Anja im Zuspiel, Angela diagonal, Lisa und Interimskapitän Dani Annahme/Außen, Steffi und Melli im Mittelblock. Im Spielverlauf zeigten sich zahlreiche Unsicherheiten – Trainingsrückstand und fehlende Abstimmung kamen vereinzelt zum Tragen. Dennoch blieben die Mädels relativ locker, brachten ihre Aufschläge durch und arbeiteten als Team gut zusammen. In einer annahmeschwachen Phase gelang dem Heimteam ein 5-Punkte-Vorsprung, der jedoch wieder bis 21:22 verkleinert werden konnte. Danach gelangen jedoch keine Punkte mehr und Post holte sich den ersten Durchgang mit 21:25. (26 Minuten)

Kapitel 2:

Im 2. Satz zeigte sich bei Post Anfälligkeiten in der Annahme und Abwehr. Mit starken Aufschlägen und im Spielfluß schlitzohrigen Angriffsaktionen gingen nun die VVZ-Mädels mit 7:3 in Front. Es zeigte sich aber immer wieder, insbesondere bei der Einbindung der Mittelblocker in das Angriffsspiel, dass hier kein eingespieltes VVZ-Team am Start war. Dennoch blieben alle Spieler locker und positiv kommunikativ. Dresden gelang zwar der Ausgleich zum 15:15, doch die Ruhe und Erfahrung in Gestalt der Zittauerinnen behielt die Oberhand und holte am Ende mit 25:20 Satz 2.
Bei den Mädels und Trainer Falk wuchs die Zuversicht. Hier geht was! (28 Minuten)

Kapitel 3:

Satz 3 ging aus Sicht der Zittauerinnen fast komplett in die Hose. Annahme problembehaftet, Zuspiele schwer verwertbar, lange Ballwechsel unglücklich verloren. Rückstand zwischenzeitlich 7:16. Die Köpfe hingen aber nur kurzzeitig. Zum Ende, beim Stand von 14:21 wollten sich die Mädels wohl doch nicht so abschlachten lassen. Aufschläge von Steffi und Anja und ein Einsatz, als würde der Matchball abgewehrt werden müssen brachten uns Punkt für Punkt näher. Dresden hatte wohl auch schon etwas abgeschaltet. Leider reichte der neu gefasste Mut nicht mehr, um den Satz zu drehen, aber am Ende konnte auf 21:25 verkürzt werden. (27 Minuten)

Kapitel 4:

Zu Beginn lagen beide Teams gleichauf. Einige Schwierigkeiten im Spielaufbau und Stellungsfehler auf der Seite der Gäste ließen Dresden dann aber doch mit 5 Punkten zum 12:17 davon ziehen. In der Auszeit musste mal wieder eine Trainerwette her, um die wachsende Anspannung und den Gedanken an eine bevorstehende Niederlage aus den Köpfen zu bekommen.

Die Wette lautete „Sieg und Bart ab, sonst Mannschaftsfoto mit Bärten für die Mädels“.

Ob es daran lag oder nicht, werden wir nie erfahren. Die Mädels schienen jedoch wieder lockerer und ruhiger zu spielen. Obwohl körperlich bereits dem Limit nahe, wurde Ball um Ball ausgegraben und druckvoll dem Gegner um die Ohren gehauen. Post schien mit jedem Ball unsicherer, der Trainer immer lauter zu werden. Dani brachte die Mädels mit Aufschlägen bis 23:23 heran, verschlug leider den nächsten Aufschlag und Dresden hatte Matchball.
Eine seltsame Ruhe schien sich auf das Team zu legen. Falk stand mit Gänsehaut an der Linie und betrachtete das Treiben seiner Spielerinnen –Matchball abgewehrt.
Anja am Aufschlag – halbes Ass.
Keine Ahnung wie, aber am Ende 27:25 – unglaubliche Freude! (30 Minuten)

5. Kapitel:

Die Mädels waren wach. Den, vor dem Spieltag kaum für möglich gehaltenen Sieg vor Augen legten sie los.

-Seitenwechsel bei 8:5-

Post legte aber nochmal eine Schippe drauf und kleinere Fehler bei Zittau ließen den Vorsprung aber wieder auf einen Punkt bei 10:9 schrumpfen. Aber die Mädels blieben unglaublich cool und positiv in ihrer Ausstrahlung. Jeder Erfolg wurde gepusht bis unter die Decke.

Zum Ende wieder Aufschläge von Anja, ein gezielter Leger und ein gezielter Angriff auf die freie Eins von Lisa, Blockarbeit von Melli …. 14:11.

Ein Aufschlag von Lisa und ein Fehler der Dresdner im Gewühl des Ballwechsels später 15:11- SIEG!
(19 Minuten)

Im Tiebreak wurden die Spielerinnen zuhause per Chat auf dem Laufenden gehalten. Original-Kommentare zum Sieg:

„…Ich habe ein bisschen Gänsehaut. …“
„…Eyh Mädels ich liebe euch. ihr seid so geil…“

Epilog:

Die VVZ-Mädels waren stark euphorisiert und, nach diesem 2 Stunden 10 Minuten andauernden Krimi körperlich am Ende. Insgesamt haben alle Spielerinnen als Kollektiv das Beste aus sich herausgeholt. Außerdem führte die geringe Erwartungshaltung an das Spiel bei der Teamkonstellation bei Jedem zu einer größeren Fehlertoleranz gegenüber den anderen Mitspielern und damit insgesamt zu einem Teamspirit, den man nur sehr selten erreichen kann.

Ergebnis:

Lisa ist im Team festgespielt.

Der Bart muss ab.

2 Punkte eingefahren und damit weiter vor Post SV Dresden auf Rang 5, die im 2. Spiel gegen SV Crostau mit 3:1 gewinnen konnten (mit 12 Dresdner Spielern).

Ausblick:

Am 27.01.2017 geht es zum Tabellenführer VSV Grün-Weiß Dresden-Coschütz. Im Hinspiel in Zittau unterlagen die VVZ-Mädels mit 1:3.Das wird voraussichtlich auch das letzte Spiel von Zuspielerin Jasmin für den VVZ sein, die beruflich ins Ausland gehen wird.

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Kommentar von Charlie Papa | 15.01.2018

Schön, schön.

Kommentar von Nuschel | 14.01.2018

Das Foto ist interessant.
Also mehr die Bodenbemalung. Was machen die da in Dresden? Mit Außerirdischen kommunizieren? Ich hoffe, die finden noch alleine aus der Halle.
Die Collage mit unseren Mädels ist sehr gelungen. Das zeigt Bodenständigkeit, fehlende Nackenmuskulatur und räumliche Vorstellungskraft.

Kommentar von Jörg Trillenberg | 14.01.2018

Glückwunsch an das beste Frauenteam der Stadt..
Sehr gut strukturierter Spielbericht!