Megamarsch - marche des cinquante 2021

von Jörg Trillenberg

text & visuals by Lennard

Es ist fast schon zur Tradition geworden, dass die Saison (unabhängig von deren Umfang) der Zittauer Volleyball-Männer mit einer kräftezehrenden Ausdauereinlage endet, welche die eigene Schmerzgrenze etwas weiter in Richtung Leistungshorizont verschieben soll. So wurde dieses Jahr ein Fußmarsch über 50 Kilometer als Endboss auserwählt. Positiv: Auch die Damen des CVJM Görlitz sahen in dieser Aktion einen ganz besonderen Reiz, sodass sich 5 Damen sowie Trainer anschlossen und die Crew auf 12 Teilnehmer vervollständigten. Auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wurde geachtet! Also, nochmal Jörgs Checklist durchgehen, alles in den Rucksack quetschen, anziehen und ab ging es! Nach kurzer Einweisung und Hinweisen auf mögliche Risiken starteten 8:15 Uhr alle hochmotiviert in die ersten Kilometer Richtung Südwesten. Begleitet von anfänglichem Sonnenschein, durch Schnee und leichte Minusgrade führte die Route uns westlich um die Landeskrone und über Pfaffendorf weiter nach Jauernick-Buschbach. Von Schwierigkeiten noch keine Spur, alle in mehr oder weniger tiefgründige Gespräche über Dies und Das verwickelt. Leicht bergab ging es, überrascht vom einsetzenden Schneefall, in Richtung Blaue Lagune, wo die erste Verpflegung wartete. 20 Minuten pausieren, Energiereserven auffüllen und möglichst nicht auskühlen war die Vorgabe. Knapp 20 Kilometer waren absolviert und damit auch die von Jörg propagierte Phase I, in welcher es darum gehen sollte, ein gutes Tempo für alle zu finden und ohne größere Energieverluste Kilometer „zu machen“. Nach der Pause führte die Route weiter entlang am Berzdorfer See zur Insel der Sinne und über Hagenwerder auf den Neiße-Radweg in Richtung Ostritz. Nach knapp 30 Kilometern wartete auf dem Ostritzer Marktplatz die 2. Verpflegung. Für die ersten Teilnehmer endete die Tour hier, was dennoch keineswegs als Misserfolg gewertet werden sollte: Schätzungen zufolge, schaffen es nur 8% der Weltbevölkerung, spontan einen 30 Kilometer Fußmarsch zu absolvieren. Hut ab! Für den Rest ging es durch Neißetal weiter in Richtung Zittau. Die mittlerweile schwerer werdenden Beine und nachlassende Motivation sollten durch verschiedene Zusatzaufgaben, wie akrobatische Einlagen oder „Wer bin Ich?“-Runden ausgeglichen werden. Ausgeglichen? Naja, zumindest kurzzeitig vernachlässigt! Über Rosenthal führte der Weg weiter nach Dittelsdorf, wo Frank‘s Garten bei Kilometer 38 die letzte Verpflegungsstation für eine kurze Regenerationspause beherbergte. Damit war auch Phase II mit der Zielsstellung des „effizienten Gehens“ und „Schmerzen managen“ abgeschlossen. Gleichbedeutend damit begann nun Phase III. Gewissermaßen die Crunchtime dieser Tour. 12:12 im 5. Satz. Motto: „Durchhalten...durchziehen…motivieren...und gegen die innere Stimme, die einem rät aufzuhören, zu gewinnen“. Auch das Tageslicht verabschiedete sich langsam, sodass sich das Kraftwerk Turów, das monotone Blinken der Windräder, die sporadisch vorbeifahrenden Autos, sowie Tinos Taschenlampe zu den dominierenden Lichtquellen entwickelte. Dittelsdorf und Wittgendorf wurden passiert; Zittau in greifbarer Nähe. Eine letzte quälende Treppenpassage galt es zu überwinden, sodass auch die letzten Meter auf bekanntem Zittauer Asphalt überwunden werden konnten. Um 20:30 Uhr, Höhe Goldbachstraße 24 zeigte der Tracker dann endlich die 50 Kilometer an. Quasi das 17:15 im 5. Satz...naja, so richtig gejubelt hat irgendwie keiner. Dennoch: Eine persönliche Schallmauer hat jeder durchbrochen und sich damit den Finisherbutton und eine gute Ausrede für die nächsten Tage verdient. Respekt! Ein großes Dankeschön geht an Cindy & die weiteren Unterstützer für die Vorbereitung und Durchführung der kulinarisch mehr als angemessene Verpflegung mit inklusivem Abholservice, sowie an Jörg für die kreative Ausarbeitung der Tour!

Um Euch einige visuelle Eindrücke zu vermitteln, Megamarsch - YouTube.

 

 

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